Autor: junkmarkt

Nightfever

So kurz vor dem Wochenende stellen wir uns schon wieder die so-vieles-entscheiden-müssende Frage: Was zieh ich heute Abend nur an?

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Die nötige Inspiration jedenfalls liefert uns die Märzausgabe der VOGUE Paris. Suzanne Koller setzt in ihrer Produktion wunderbar gekonnt „Up Town Girls“ in Szene, die uns bereits jetzt schon von heute Nacht träumen lassen. Genauso wollen wir auch mit den Mädels durch die Straßen schlendern und die Clubs unsicher machen. Die unschuldigen Spitzenkleider sind nämlich wirklich eine prima Abwechslung zum Paillettenfummel. Mit ein bisschen Glitzer, dafür hoch hinaus und dem Himmel ein Stück näher geht es in Disco-Heels. Auch diesem Bruch sind wir schwer verfallen: 70er Jahre Hippie Folklore trifft auf 70er Jahre Discozeit und zusammen erzeugt das jede Menge Aufregung und Spannung. Wichtigstes Accessoire: 40DEN Strumpfhosen. Die verleihen den gewissen Verruchtheitsgrad!

Die Candy-Heels von Saint Laurent bleiben leider nur ein Träumchen. Ein paar verlockende Alternativen haben wir dennoch gefunden und können unser Nightfever kaum zurückhalten. Huch!

 

 

 

 

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Königsdisziplin

Oder „Die hohe Schneiderkunst“. Oder aber auch „Haute Couture“.

Vergangene Woche stolzierten in Paris wieder zahlreiche maßgeschneiderte Kunststücke über den Laufsteg, die uns echt den Atem raubten. Mitmachen darf da schließlich nicht jeder. Die Aufnahme in den exklusiven Kreis der Couturiers unterliegt nämlich strengen Auflagen. Die Wahrung dieser hohen Kunst soll auf diese Weise gesichert werden.

Wir haben hier die schönsten Atemräuber und -räuberinnen rausgepickt und empfehlen wärmstens jede Show in voller Länge. Neben Chanel und Dior sind Valentino und Giambattista Valli auf jeden Fall ein muss. Also nehmt euch die Zeit, lehnt euch zurück und lasst euch in die wunderschöne Welt der Haute Couture entführen. Danach schwebt ihr wie auf Wolken.

 

Beste Kulisse: Klar, Karl! Der Meister hat seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und eine Blütenlandschaft aus weißen Papierblumen zum blühen gebracht. Wunderschön!

Tollste Farbkomibnation: Die gab’s bei Dior. Frühlings-Grün trifft auf erwachsenes Schwarz und wir finden’s spitze! Schwer begeistert sind wir auch von den Lackschuhchen, die in den Kleidern elementar wieder aufgegriffen werden.

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Schönster Kopfschmuck: Es gab so viele phantasievolle Häupter zu sehen. Die Draht-Cappies von Schiaparelli haben es uns zum Beispiel sehr angetan. Aber auch in die Strohhüte von Viktor&Rolf haben wir uns verguckt. Doch Jean Paul Gaultier hat sie mit seinem Türmchen aus Lockenwicklern alle getoppt…

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Das interessanteste Accessoire: Fast könnte man glauben die Häuser Chanel und Giambattista Valli hätten sich abgesprochen – beide haben sie ihre Models mit zarten Augenschleiern versehen.

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Das alltagstauglichste Outfit: Warum bist du nicht bezahlbar, du schniekes Ensemblechen von Armani Privée?

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und zum Schluss die Haben-Wollen-Roben: Et voilà, wir haben uns für Chanel, Ellie Saab, Giambattista Valli und Valentino (von links nach rechts) entschieden.

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Wanna be your butterfly

In diesen extravaganten Flatterkleidchen werden wir zu Nachtfaltern, entpuppen unsere Unbeschwertheit und wollen weit hinaus in die Welt. Auf Wiesen und Blumen wollen wir uns in diesem Givenchy-Träumchen ebenso niederlassen wie auf den Dächern großer Städte. Wir lassen und von kleinen Kinderhänden verfolgen, die versuchen die farbenfrohen Chiffon-Seiden-Tierchen zu fangen. Bis unsere Flügel schwer werden und wir uns nur noch vom Wind treiben lassen schweben wir durch die Lüfte. Erst dann gönnen wir dem Papillon-Gewand eine Pause.

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via givenchy.com

Der nächste Fakt holt uns wieder ein bisschen auf den Boden der Tatsachen. Mit 7900 Euro verpufft dieser Traum genauso schnell, wie die Seifenblasen, die wir während unserer kleinen Phantasie durch’s Zimmer gepustet haben. Aber so viele süße Details und Verspieltheiten und die Einzigartigkeit dieses aprikotfarbenen Schmetterlingfängers lassen uns dann doch kurz überlegen, welche Bank wir heute Nacht überfallen könnten.

Und die diesjährige Hebrst-/Winterkollektion aus dem Hause Givenchy bringt noch mehr solcher Insektenschätze hervor. Verwunderlich, wenn man realistisch denkt. Denn wo in aller Welt sehen wir in unseren Breitenkreisen im Winter schon Schmetterlinge fliegen? Als Motiv erlebte das Faltertierchen bisher vermutlich eher auf Sommerkleidern als auf herbstlichen Gewändern. Die Farbgebung der klassischen Butterflys mit den orange-braunen Augenmustern auf den Flügeln ist wiederum sehr herbstlich. Und obendrein wären wir persönlich gerne kleine Papillons, die der kalten Jahreszeit davon flattern. Kreativdirektor Riccardo Tisci hat neben so vielen dunklen Insektentönen aber auch noch (eis)blumige Pastellfarben im Petto. Und die sind in unseren Augen das perfekte Pendant zum Schmetterlignsanzug. Einmal den pastelliggrünsten Mantel und das mit Tagpfauenaugen übersehene Kleidchen bitte und wir trällern ganz von selbst Parov Stelars beflügelnden Song „Charleston Butterfly“

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via givenchy.com

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via givenchy.com

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via net-a-porter.com

 

Es war einmal…

… und manches ist auch noch. Und wieder anderes gibt es sogar immer noch im Online-Store. Wir waren echt überrascht als heute Morgen zwischen vielen Umzugskartons auf einmal eine CD-Rom mit dem Titel „Junkmarkt Foto-Shooting“ auftauchte. Mehr stand da nicht. Die vielen Bilder, die wir dann zu sehen bekamen versüßten uns aber auf alle Fälle den Start in die Woche. Tja und bei diesem ominösen Fund handelt es sich schlichtweg um unser allerallerersten Fotoshooting. 2011 war das. Unser Fotograf war der liebe Moritz und die Location das Umfeld des schlimmsten Techno-Schuppens Dresdens, den es heute so gar nicht mehr gibt.

Nicht alle Sachen waren damals Vintage und das wichtigste Gebot lautete zur Junkmarkt-Anfangszeit: „Unsere Gesichter dürfen niemals zu sehen sein. Auf keinen Fall“. Das fanden wir vor drei Jahren cool. Kurze Zeit später trugen dann aber irgendwie alle Schaufensterpuppen von New Yorker bis Vero Moda Masken. Von da an war es nicht mehr cool und auch nicht mehr wichtig.

Die Schnappschüsse, die wir heute mit euch teilen wollen, verraten dann aber teilweise doch, wer sich hinter der Smiley-Pappe oder der rosa Perrücke versteckt. Teilweise hat diese Fotos wirklich noch nie jemand sichtigen dürfen. Nicht alle sind so vorteilhaft, wie wir uns das gewünscht hatten. Aber ein bisschen Spaß soll zum Montag heute trotzdem drin sein. Und wie schon erwähnt: Einige der Klamottis und Schmuckstücke, die Fräulein Tontong, eine damalige Freundin und ich hier selbstbewusst präsentieren, gibt es auch tatsächlich noch online zu ergattern. Die Links direkt zu den Teilen findet ihr in der Bildbeschreibung.

In diesem Sinne: Back to the roots!

 

 

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LuckyLonely

So viel Zeit muss sein – Zeit mit sich allein! Das ist etwas, was uns wirklich am Herzen liegt. Ab und an brauchen Junkies einfach Abstand von allen zu allem. In unserer neuen Rubrik „LuckyLonely“ stellen wir euch ab sofort immer wieder Dinge vor, die wir gut und gerne auch alleine tun und extremst weiterempfehlen können. Und auch wenn der Anfang komisch ist und ihr euch womöglich schon bei den Gedanken an die von uns vorgeschlagenen Nur-mit-mir-Aktivitäten einsam fühlt – das vergeht. Ihr werdet sehen. Nehmt euch Zeit für euch und lernt, auch mal bewusst alleine sein zu können. Ist viel schöner, als es klingt.

Los geht’s!

Die Nachmittagsvorstellung im Kino besuchen

Es ist Montag Nachmittag, kein Schwein ruft dich an und du weißt nicht so recht, was du mit dir anfangen sollst. Ein klarer Fall von „Ich will zwar was tun, aber es darf nicht so anstrengend sein“. Lass dich berieseln, geh ins Kino! Kauf dir eine Miniportion Popcorn und bestell dir einen Cappuccino. Das sollte helfen gegen das montägliche Schnutenziehen. Wahrscheinlich wirst du nicht die einzige Person mit dieser glorreichen Idee sein, aber mehr als drei weitere Menschlein haben sich bisher noch nie in die 16-Uhr-Vorstellung verirrt. Dabei kann das so schön sein. Du hast Unmengen Platz zur freien Entfaltung und kannst dich prima auf den Film konzentrieren ohne, dass eine Begleitperson ständig unangebrachte oder alberne Kommentare abgibt oder zu dir rüber lunscht, um zu sehen, ob du auch gerade so sehr lachen musst.

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Und wer glaubt, wir nutzen die Gelegenheit und gehen in Schlumpi-Klamotten, der irrt. Im Gegenteil: Erst kürzlich haben wir festgestellt, dass es uns das größte Vergnügen bereitet, uns entsprechend der Film-Thematik bisschen aufzumotzen. Verwechselt das jetzt nicht mit verkleiden. Nee! Aber es kam schon vor, dass wir im Yves Saint Laurent Film mit Hütchen, Pumps und der besten Handtasche saßen. Und das verschafft gleich ein ganz anderes Filmerlebnis. Ja, ungelogen. Wer’s albern findet, probiert es am besten mal aus.

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Heiße Puddingschokolade mit Preiselbeeren schlürfen

Mit dem November kehrt bekanntlich der schmuddeligste Monat der in unseren Breitenkreisen ansässigen Wettererscheinungen ein und sorgt mit Grau, Regen und noch mehr Grau mächtig für Miesepeter-Furore. Auch wenn heute noch die Sonne scheint. Die Schmuddel-Wetter-Tage werden kommen. Und dann wünschen wir uns nichts sehnlicher als eine heiße Schokolade. Zum Glück hat die viele Verwandte, wie zum Beispiel ihre dickflüssige Schwester, die sich meist „Hot Choc“ nennt und sich am liebsten mit frechen Früchten schmückt. Unser Favorit: Puddingschokolade mit Preiselbeerfüllung. Yammi! Und dieses Genusserlebnis funktioniert hervorragend alleine. Krallt euch ein gutes Buch, beobachtet  die Weltgeschichte oder lauscht den Plauschereien am Nachbartisch. Whatever. Ihr werdet euch schon ganz bald dabei ertippen, wie ihr ein breites Schmunzeln hervorzaubert. Obendrein gibt es mit ein bisschen Glück mitleidige Blicke, die man dann selbstbewusst mit einem noch schöneren Schmunzeln und dem Gedanken „Ich kann da was, was du nicht kannst“ erwidern kann.

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Anita Pallenberg – mehr als nur eines dieser Rock Chicks

Wo sind sie hin? Die Damen, die so vielen Rockstars, Modeschöpfern und Künstlern als Inspirationsquelle dienten. Ihr Wesen, ja ihre bloße Erscheinung, ein Lächeln, ein Wort, ein Ohrring. Das reichte bei gewissen Ladys schon aus um ihren prominenten Gegenüber dermaßen zu imponieren, dass sich dieses Hals über Kopf in sie verknallte.

Anita Pallenberg ist eine von ihnen. Sie hat es geschafft gleich drei Stones verrückt nach sich zu machen. Brian Jones, Mick Jagger und Keith Richards – sie alle waren ihre Liebhaber. Sie alle sind ihr verfallen. Die blonde Schönheit bringt alles mit, was eine Muse mitbringen muss: Das gewisse Etwas, den perfekten Grad an Verruchtheit und die Lust, ein wildes Leben zu führen.

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1965 hatte sie mit Brian Jones den ersten Rolling Stone an der Angel. 1967 tauschte sie ihn dann gegen Keith Richards ein. Während einer Performance mit Mick Jagger im Jahr 1968 soll angeblich nicht nur vor laufender Kamera was gelaufen sein. Aber Anita setzt noch einen drauf: Auch mit Micks derzeitiger Freundin Marianne Faithfull hatte sie eine Liebelei. Doch Keith hatte es ihr am meisten angetan. Zehn Jahre waren die beiden ein Paar, machten drei Babys und nahmen gemeinsam eine Menge Heroin. So, genug Tratsch.

Ihre Erscheinung haut uns auf Bildern von damals heute einfach immer noch um. Sie ist eine der Stilikonen der 60er. Jedes Outfit sieht an ihr so herrlich unangestrengt sexy aus. Sie ist eine von nicht vielen jungen Damen, an der einfach alles unwiderstehlich aussieht. Natürlich war sie auch Model und zog während der „Swinging Sixties“ zur richtigen Zeit an den richtigen Ort. Und das mit dem richtigen Aussehen.

Die großen dunklen Augen hat Anita wahrscheinlich ihr italienischer Papi mitgegeben, das blonde Pony kommt bestimmt von ihrer deutschen Mami. Den wilden Stil bringt sie schließlich mit und verkörpert ihn mit Klasse.

Anita Pallenberg ist wohl eines der besten Beispiele, die beweisen, dass Stil durchaus auch von innen kommt oder zumindest ganz ganz vielmit dem Inneren einer Person zu tun hat. Das gewisse Etwas kann sich jedenfalls niemand kaufen. Und blonde Schönheiten an der Seite eines Rockstars gab es viele. Aber keine zweite kommt an Anita ran. Und auch wenn ihr Stil zur damaligen Zeit nicht auffallend extravagant, sondern einfach der Zeit entsprechend trendy war, so verleiht sie als Trägerin ihren Kleidungsstücken die entsprechende Extravaganz. Obwohl sie aufgrund ihrer Beziehung zu gleich drei Jungs der Stones auch das Potenzial zum Band-Groupie hätte, sieht man ihr irgendwie schon an, dass sie mehr als nur das war. Sie war die Muse einer der größten Rockbands aller Zeiten. Schrecklich interessante Frau, der wir gerne so viele Geheimnisse entlocken und Fragen stellen wöllten. Uns selber fragen wir: Wo sind sie hin, die Musen? Eine Cara Delivigne und auch eine Kate Moss kommt da keinen Meter ran.

 

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mit Marianne Faithfull, der Freundin von Mick Jagger, mit der Anita ebenfalls ein Techtelmechtel hatte

 

Retroblick durch Vintagebrille – Diesmal: Die Schlaghose

Als Fräulein Tongtong und Fräulein Martini in die Pubertät kamen, waren sie noch da. Mit dem Einsetzen unserer Zicken-Jahre verschwanden sie dann aber wie vom Erdboden – Schlaghosen! Eingetauscht gegen Skinnyjeans und andere Röhren und wir vermissten sie kein bisschen. Ganz im Gegenteil. Bäääh, was‘ das für ein komisches Gefühl, wenn man mal eine weite Hose trägt? Ultrakomisch. Ja, ekelhaft. Wir fühtlen uns von da an unwohl in luftigen Hosen. Die hautengen Beinkleider sorgten ganz schnell dafür, dass für uns kein anderes Modell mehr in Frage kam. Zehn Jahre schmückte das 80er-Jahre-Kleidungsstück mindestens unsere Gliedmaßen. Das erste Mal tauchte die trompetenförmige Hose in unseren Gedanken dann erst wieder auf, als wir in der Vogue ein Interview mit Claudia Schiffer gelesen hatten. Und La Schiffer platziert in diesem Artikel doch tatsächlich ihre Jeans-Schlaghose auf Platz eins ihrer Lieblingsteile.

Ist sie denn tatsächlich so extravagant, wie wir glauben? Diese Frage stellten wir uns schon damals. Die aktuellen Lookbooks und Kampagnen großer Modeketten, wie auch Designerteile auf dem Laufsteg beweisen nun aber endgültig: Die Schlaghose hat das Potential zum Klassiker. Komplett in Schwarz oder strahlend in Jeansblau macht sie nämlich echt was her. Fast genauso sehr begeistert sie uns in legèrer Form aus Strick, wie es Céline vor und Zara nach machte. Beim Anblick dieser Bilder sind wir überzeugt und bekennen: Ja, wir sind Fans – Mut zur Schlaghose und adé zum Skinny-Einheitsbrei! Die neu gewonnene Beinfreiheit ist uns eine willkommene Alternative und ein prima „Mist, schon wieder nur Röhre und T-Shirt“-Langeweile-Killer. Wir sind gespannt, ob das Comeback glückt und beglücken uns in der Zwischenzeit mit Streetstyle-Bildern vergangener Fashion Weeks.

Celine

via sistyle.ch

Zara

via Zara

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via Vogue Paris

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Melancholie zum Montag

Mit den letzten Tropfen Rotwein liegen wir im Bett und starren an die Decke. Der erste Tag seit gefühlt einer grauen Ewigkeit, an dem von draußen kein Regen gegen die Fensterscheibe peitscht. Trotzdem: Das Wochenende steckt noch in den Knochen. So viel Freude, so viel Drama. Die Gedanken schwirren irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft, aber nicht im Hier und Jetzt.

Melancholie zum Montag

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Die kleine Atemräuberin Tess Parks liefert uns den Soundtrack dazu. Ihr Debut-Album „Blood Hood“ passt perfekt zu unserer montäglichen Nachdenklaune oder unsere Nachdenklaune perfectement zur großartigen Musik der Kanadierin. Böse Zungen behaupten ja, die Lieder würden alle gleich klingen. Beim ersten Mal hören mag das vielleicht auch so sein. Aber wer es wie wir macht und Dauerschleife einstellt, der findet schnell seine Lieblinge: Gates of Broadway und Life is but a dream angeknipst und wir verlieren uns in psychedelischen Sphären ohne Drogen konsumiert zu haben.

So, genug palabert. Unseren Worten sollen nun eure Taten folgen. Fenster auf, Nadel drauf und einmal völlig der Musik hingegeben!

Junkies stellen vor…

Aujourd’hui: Christian Dior – Das kleine Buch der Mode

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Eigentlich hatten wir uns fest vorgenommen, den handlichen Klassiker aus dem Jahre 1954 nur in einem türkisen Chevy oder einem rosa Cadi zu studieren während wir eine Cateye-Brille auf der Nase ausführen. Doch dann kam alles anders: Das ABC der Mode aus der Feder Monsieur Diors persönlich ist so charmant formuliert und gestaltet, dass wir bereits nach Seite 1 hin und weg waren. Die neue Übersetzung des kleinen grauen Stilberaters ist so unterhaltend, dass wir es nicht mehr aus der Hand legen können. Elegante Wortkreationen wie

„Ein Ballkleid ist Ihr Traum und wie ein Traum muss es auch aussehen. Ich finde, es gehört genauso in die Garderobe einer Frau wie ein Kostüm. Es gibt Ihnen einfach ein gutes Gefühl: In einem Ballkleid können Sie Ihre Weiblichkeit, Anmut und Grazie ganz und gar entfalten“

oder Gedanken Diors zum Thema Alter:

„Die Mode kennt nur zwei Altersklassen: junge Mädchen und erwachsene Frauen (Großmütter gibt es natürlich auch, aber so müssen Sie sich nur kleiden, wenn Sie die entsprechende Figur haben oder das Leben einer Grpßmutter leben). Wenn Sie Kleider tragen, die zu Ihnen passen, dann passen sie natürlich auch zu Ihrem Alter“,

sorgen ganz schnell für großes Schmunzeln und retrospektive Gedankengänge. Kein zweiter Couturier hat es Herrn Dior mit seinem „praktischen Begleiter für die moderne Frau“ jemals gleich getan. Sein Wörterbuch mit den wichtigsten Stichpunkten zum Thema Mode bleibt einzigartig und aktuell. Auch wenn wir heutzutage leider viel zu selten in die Verlegenheit kommen uns mit Cocktailhütchen und Nachmittagskleidern zu beschäftigen. In Stilfragen hält das Buch einfach so viele Weisheiten parat, die sich auch die moderne Frau von Heute noch hinter die Ohren schreiben kann.

Zum Schluss noch ein paar Appetithappen:

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Tapetenwechsel

Seit der Gucci Spring/Summer 2014 Collection geht er uns nicht mehr aus dem Kopf: Erté!

Der Meister des Art déco inspirierte Chefdesignerin Frida Giannini nämlich zu folgenden Prachtstücken:

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Und uns inspirierte er dazu, am liebsten die ganze Wohungen mit seinen Illustrationen tapezieren zu wollen. Und so ganz nebenbei zierte Erté, der eigentlich mit dem Namen „Romain de Tirtoff“ zur Welt kam, in den 1910er und 1920er Jahren auch die schönsten Cover von Vogue und Harper’s Bazaar…

 

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Sehr bedauerlich, dass so etwas heute nicht mehr passiert. Schließlich würden wir uns nur zu gerne einfach die Ausgaben der letzten Vogue oder Harper’s Bazaar an die Wand heften anstatt uns teure Kunstdrucke zu ersparen. Selten haben so viele Werke eines Malers auf Anhieb so viele Seufzer und Ooooohs bei uns ausgelöst, wie die des Franzosen mit russischen Wurzeln. Mal davon abgesehen, wäre es ja ein Träumchen, in seine extravaganten Kreationen schlüpfen zu können und sich so erhaben zu fühlen, wie die filigranen Damen, die Ertés Bilder zieren. Einmal „Sleeping Beauty“ mimen oder göttlich posieren wie Athena. Ja! Ja! Ja!

Eine Aufteilung der Kunststückchen nach Räumen schwirrt uns auch schon im Kopf herum:

Athena – ab mit die in die gute Stube. Pfauenfedern links und rechts fächern dir frische Luft zu.

Aphrodite – du kommst in die noch lange nicht vorhandene Empfangshalle und begrüßt unsere Gäste mit ganz viel Liebe unterhalb des Kronleuchters

Sleeping Beauty – wartet im Schlafzimmer zwischen mindestens genau so vielen Blumen auf uns

Dame unter dem rosa Blütenbaum – deine Kaffekränzchen im Salon sind sie besten

Blubberblasenfräuleins – ihr kredenzt uns an der Cocktailbar die leckersten Tröpfchen

Madame „Spring Rain“ – bewacht unsere Garderobe

Wolkentänzer – wenn wir in der Badewanne liegen, wollen wir dich als Mosaik an der Decke anstarren

Schneeflockenbild – dich holen wir nur im Winter raus

Tututänzerin mit Franzosenmützchen – damit du nicht mehr so traurig guckst, dienst du uns als Vorbild im Ankleideraum

Mondfee mit den vier Sternchen – du erfüllst uns all diese Träume…

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